Mikrobenzirkus

Keine Panik vor Bazille, Virus & Co


Leave a comment

Mikroben-Lektüre für Kids von 7-99

Wer sich für die Sommerferien auch etwas mikrobiologische Lektüre vornehmen oder verschenken will, dem empfehle ich zwei sehr gut gemachte Jugendsachbücher, die nicht nur für ganz junge Leser*innen interessant sind.

1. „Superstarke Bakterien“ von Steve Mould

Gewinner: Jugendsachbuchpreis 2018
Lesealter 7-99 Jahre. Bei Antolin.de verfügbar

YouTube-Star Steve Mould – selbst wissenschaftlicher Experte – gibt eine Einführung in die spannende Welt der Bakterien, Viren & Co – mit einem tollem Neon-Cover.
Praktische Alltagsbeispiele beantworten viele Fragen über Mikroorganismen – zum Beispiel wie Schimmelpilze entstehen oder warum Grippeviren ansteckend sind. Was lebt eigentlich in Deinem Körper? Dabei wird naturwissenschaftliches Sachwissen mit witzigen Comic-Illustrationen kinderleicht, anschaulich und unterhaltsam präsentiert. Auf Mikrofotografien können die Nachwuchsforscher*innen sogar selbst einen Blick durchs Mikroskop werfen. Die Mikroorganismen sind mit bloßem Auge kaum zu sehen, trotzdem schlummern in ihnen echte Superkräfte. Bakterien, Viren, Pilze oder Algen sind außerdem nützliche Helfer, die wir für das Leben auf der Erde brauchen.

Mikrobenzirkus-Fazit: Leseempfehlung! Mir gefällt besonders, dass Steve Mould auf Basis naturwissenschaftlicher Grundlagen der Mikrobiologie mit dem Mythos aufräumt, dass Bakterien nur schädlich sind und krankmachen würden. Das passt perfekt zum Mikrobenzirkus-Blog. Schließlich ist überwiegend das Gegenteil der Fall: Mikroorganismen unterstützen unseren Körper, ohne Mikroben gäbe es weder Käse noch Joghurt oder Brot und selbst Medizin wird aus Bakterien hergestellt. Mould lädt ein, sich auf eine spielerische Art mit Biologie zu beschäftigen und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Das Buch hat auch ein Glossar.

Bestellen: Versandkostenfrei deutschlandweit zu bestellen  bei Graff Braunschweig

2. „Die spannende Welt der Viren und Bakterien“ von Karsten Brensing und Katrin Linke

Lesealter 9-99 Jahre

Dieses sehr aktuelle Buch ist im Januar 2021 erschienen und deckt schon viele Fragen zur Corona-Pandemie ab – auf leicht verständlichem Niveau.
Es geht zum Beispiel um die Übertragungswege von Viren und Bakterien, Aufbau von einzelligen Pilzen. Dem folgt eine kleine Zeitreise durch die Entdeckungsgeschichte von Krankheitserregern und wie man sie bekämpfen kann.
Damit sind wir schnell bei den Begriffen Pandemie, Hygiene, Immunsystem und Impfungen. Alles wird sehr gut erklärt und mit witzigen Zeichnungen untermalt.
Auch das Thema Mikrobiom wird nicht ausgespart und balanziert das Image der Mikroben wieder in die gute Mitte. das Buch komplettiert ein Glossar und Literaturempfehlungen für Lehrer und Lehrerinnen.

Mikrobenzirkus-Fazit: Absolute Lesempfehlung! Das Buch ist aber im Alter definitiv etwas höher und mit mehr Hintergrundwissen anzusetzen als „Superstarke Bakterien“ von Steve Mould, der die Infos noch kürzer, einfacher und knackiger verpackt. Der Vorteil der längeren Texte hier im Buch ist aber, dass komplizierte Sachverhalte besser ausgeführt werden können. Infokästen, kleine Experimente und schöne Vergleiche tragen zum sehr guten Verständnis bei. Ein Geschenktipp auch für die Großeltern oder andere erwachsene Nichtbiologen!

Prominente Empfehlungen:

„Was für ein tolles Buch! Ein Riesenaufwand für ein Kinderbuch  – und es hat sich gelohnt.“

Prof. Christian Drosten, Charité Berlin

„Ein Kinderbuch auf faszinierend hohem Niveau. Egal was man schon weiß – nach dem Lesen dieses Buches weiß man mehr.“

Dr. med Ernst Tabori, Direktor Deutsches Beratungszentrum für Hygiene

Bestellen: Versandkostenfrei deutschlandweit zu bestellen bei Graff Braunschweig

Viel Spaß beim Lesen uns Entdecken!

Lasst mich gern wissen, wie euch die Bücher gefallen haben.

MIkrobiologische Grüße

Susanne

    [wpgdprc "Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden."]


    1 Kommentar

    Coronavirus-Update: Pressezentrale im Homeoffice

    Coronavirus (@shutterstock)

    Ich lebe noch! Danke der Nachfrage! Nachdem ich von einigen Mikrobenzirkus-Lesern ganz besorgte Emails bekommen habe, ob es mir denn gesundheitlich gut gehe, möchte ich ein kurzes Lebenszeichen geben. Mir geht es gut, aber den Mikrobenzirkus-Blog habe ich trotzdem leider in diesen verrückten Coronazeiten etwas vernachlässigen müssen. Der Job geht gerade absolut vor.

    Ich erlebe als Pressesprecherin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) mit meinem Team gerade die heftigsten und arbeitsreichsten Zeiten in meinem gesamten Berufsleben.
    Seit Januar beschäftigt uns das neuartige Coronavirus SARS CoV-2 mit Presseanfragen und Experteninterviews zum Einordnen der wissenschaftlichen Ergebnisse mit einer steil ansteigenden Kurve. Ging es am Anfang nur darum, die Geschehnisse in China in Wuhan zu kommentieren, so ist das neuartige Coronavirus seit März richtig in Europa, in Deutschland – in unserem Alltag angekommen. Die Bilder aus Italien stimmten besorgt.
    Die Telefone sind seither im Dauerbetrieb, die Pressefächer laufen täglich voll mit Anfragen von Journalisten oder auch besorgten Bürgern. Ich arbeite auch noch mit im Krisenstab des HZI, der unser Zentrum auch auf die Corona-Pandemie vorbereiten musste. Kurz: Es fiel es mir schwer, mich auch noch spät abends zu motivieren, hier darüber zu schreiben.

    Außerdem braucht es auch nicht noch eine Seite, die zum Coronavirus informiert. Dazu gibt es schon genug zentrale informative Seiten, die viel Arbeit investieren, um aktuell zu bleiben, wie das www.rki., www.bmg.de oder www.infektionschutz.de.de  und nicht zu vergessen das Corona-Infoportal des HZI, meines Zentrums mit aktuellen Beitragen und Statements zu unserem Beitrag zur Corona-Forschung www.helmholtz-hzi.de. Ich empfehle auch, wer ihn wirklich noch nicht kennt, den NDR-Podcast von Prof. Christian Drosten, Virologe und Institutsleiter an der Charité Berlin, der mit beruhigender Stimme viele komplexe Fragen rund um das Virus, aufbereitet für Laien, erklärt.

    Die Wissenschaftskommunikation hat in diesen Tagen eine besonders wichtige Rolle. Aber auch nicht immer eine einfache Aufgabe, wenn die Expert*innen als Berater der Bundesregierung für die politischen Entscheidungen sitzen oder Positionspapiere für die weiteren Maßnahmen schreiben. Wissenschaft mit einer Verantwortung für die Gesellschaft. Die Maßnahmen, die aus der Sicht von Virologen, Epidemiologen oder Modellierern auf das Infektionsgeschehen empfohlen werden, passen wiederum anderen Seiten z.B. Wirtschaftsexperten oder Psychologen nicht. Existenzen stehen auf dem Spiel. Das sind schwere Entscheidungen für die Politik, die die Folgen gesamtgesellschaftlich abwägen muss. Sei es, seit dem 23. März eine Kontaktsperre zu verhängen oder sie zum 4. Mai, wie gestern verkündet, etwas zu lockern.

    So arbeite ich seit Mitte März auch mit meinem gesamten Team im Homeoffice – verstreut über Deutschland von Braunschweig bis Würzburg. Aber es geht viel besser, als wir anfangs annahmen. Ich bin in der Situation, dass meine Kinder schon das Gymnasium besuchen oder studieren. Das Homeoffice mit kleinen Kindern wäre schwieriger.
    Ich habe ein nettes Gartenbüro mit Blick ins Grüne. Video- oder Telefonkonferenzen strukturieren meinen Tag. Mit dem Team gibt es aber auch viel privaten Austausch – ganz wichtig in diesen Tagen! Es funktioniert sehr gut – aber auch dank meines sehr motivierten Presseteams. Als Leiterin bin ich aber trotzdem oft mit Präsenztagen am Zentrum in strategischen Meetings.

    Homeoffice im umgebauten Gartenhaus (@Thiele_privat)


    Meine Familie bekommt plötzlich meinen Job hautnah mit. Sonst bin ich einfach weg zur Arbeit. Jetzt sitzen sie fast mittendrin in der heimischen Pressestelle, fühlen sich etwas gestresst durch mein dauerklingelndes Handy, oder Mittag- und Abendessen, die platzen, weil der Journalist*in dringend eine Antwort braucht, weil die nächste Videokonferenz anberaumt wird oder ein TV-Team spontan kommt.
    Pressesprecher*in wollen sie wohl in naher Zukunft nicht mehr werden ;-). Viel zu stressig! Aber vielleicht ändert sich das auch nochmal!
    Pressesprecherin ist ja auch ein spannender Beruf. Finde ich jedenfalls!

    Bleibt gesund! #stayathome #wir bleibenzuhause

    Mikrobiologische Grüße

    Susanne


    1 Kommentar

    Marsch für Wissenschaft 22. April 2017 – Blogger for Science

    logo_blogger-aktion_400pix-1-von-1

    Blogger erheben die Hände gegen Faktenfeindlichkeit und rufen auf zum „Marsch für die Wissenschaft“ am 22. April: Blogger for Science&Facts. (Logo: Julia Uraji mit freepix.com)

    Hashtag: #BlogsforScience

    Der „Marsch für Wissenschaft“ am 22. April 2017 geht uns alle an:

    In den USA ist die Idee eines „march for science“ entstanden, der am 22. April stattfinden soll. Auch in Deutschland wird in 20 Städten (Berlin, Bonn/Köln, Dresden, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Heidelberg, Jena, Leipzig, München, Stuttgart, Tübingen) wie auch in Österreich (Wien) demonstriert werden. Die Demonstration wird von vielen Wissenschaftsorganisationen, wie zum Beispiel der Helmholtz-Gemeinschaft oder der Leibniz-Gemeinschaft unterstützt.

    Demonstriert wird für eine Gesellschaft, in der Fakten die Basis des konstruktiven Dialogs und demokratischer Entscheidungen sind, nicht nur als Meinungen angesehen werden. Es geht gegen „alternative Fakten“, „Fake News“ und gegen Befindlichkeiten als Grundlage gesellschaftlicher Kommunikation.

    Die gleichen Ziele verfolgt die Blogger-Gemeinschaftsaktion „Blogger for Science&Facts“, die von „Wissenschaft kommuniziert“ initiiert wurde.  „Wissenschaft kommuniziert“ und Mikrobenzirkus rufen alle an Demokratie Interessierten auf, sich zu beteiligen.

    „Auch für mich sind wissenschaftliche Fakten Basis meiner Arbeit – ob im Wissenschaftsblog Mikrobenzirkus oder im täglichen Job in der Wissenschaftskommunikation einer Forschungseinrichtung im Dialog mit der Öffentlichkeit.“

    Die bisher teilnehmenden Blogs findet ihr hier.

    Wichtige Links:

     

    In Braunschweig findet leider kein eigener Marsch statt. So werden die meisten Interessierten die Demo in Berlin unterstützen.

    Also macht auf die Aktionen aufmerksam und nehmt selbst teil!

    Bloggergrüße

    Susanne